Ratgeber für Bausparen
31. Oktober 2011
Viele Verbraucher möchten irgendwann einmal in den eigenen vier Wänden wohnen. Wenn Sie bereits dieses feste Ziel vor Augen haben oder sich vielleicht noch unschlüssig ist, ob Sie diesen Wunsch später einmal in die Tat umsetzen möchten, ist das Bausparen eventuell eine sehr gute Alternative. Das Bausparen wird schon viele Jahrzehnte von Millionen Verbrauchern meistens dazu genutzt, um den Bausparvertrag später in eine Immobilienfinanzierung einzubinden.
In einem Satz erläutert bedeutet Bausparen, dass Sie zunächst über einen gewissen Zeitraum in einen Bausparvertrag einzahlen, also Kapital aufbauen, um dann später die Chance zu haben, ein besonders zinsgünstiges Bauspardarlehen zu erhalten. Das Bausparen kann aber durchaus auch nur zum Sparen genutzt werden, da die Inanspruchnahme des Bauspardarlehens keine Pflicht ist.Es gibt im Prinzip drei Hauptgründe, warum sich viele Verbraucher bereits für das Bausparen entschieden haben.
Der erste Grund und gleichzeitige Hauptzweck des Bausparens ist es, zunächst Kapital anzusparen, um dann später sowohl diese Kapitalsumme als auch das zu erhaltende Bauspardarlehen zur Finanzierung einer Immobilie - Bau oder Kauf - zu nutzen. Aber auch Personen, die sich noch nicht sicher sind, ob sie später einmal Wohneigentum haben möchten, nutzen das Bausparen gerne, um sich die Option auf das günstige Darlehen erhalten zu können. Der dritte Grund einen Bausparvertrag zu nutzen kann auch sein, dass dieser ausschließlich als sehr sicherer Sparvertrag dienen soll.
Wie funktioniert das Prinzip Bausparen?
Das Bausparen als solches funktioniert nach einem recht einfachen Prinzip. Zunächst schließen Sie einen Bausparvertrag ab, entweder direkt bei der Bausparkasse oder über eine Bank bzw. Direktbank, die fast immer im Verbund auch das Bausparen anbieten. Bei Abschluss des Vertrages müssen Sie sich für eine Bausparsumme entscheiden. Diese ist vor allem dann wichtig, wenn Sie den Bausparvertrag nicht nur zum Sparen nutzen möchten, sondern später das Bauspardarlehen bekommen möchten. Denn die Bausparsumme ist der Betrag, der Ihnen dann später zur Finanzierung des Immobilienkaufs oder des Baus zur Verfügung steht. In den ersten Jahren zahlen Sie dann - meistens monatlich - Beiträge in den Bausparvertrag ein, sammeln also nach und nach Guthaben an.
Bevor Sie allerdings das Bauspardarlehen beantragen können, muss der Vertrag zuteilungsreif sein. Das ist dann der Fall, wenn eine ausreichende sogenannte Bewertungszahl erreicht ist. Die ausreichende Bewertungszahl setzt wiederum voraus, dass Sie die Mindestsparzeit erfüllt haben (oftmals 18-24 Monate) und das Mindestsparguthaben erreicht ist (40 oder 50 Prozent der Bausparsumme). Ist die Bewertungszahl Ihres Bausparvertrages ausreichend, können Sie dann in den nächsten Monaten auf Antrag das Bauspardarlehen ausgezahlt bekommen.
Welche Vorteile sind mit dem Bausparen verbunden?
Wenn Sie die Vor- und Nachteile beim Bausparen gegenüberstellen, dann werden Sie schnell feststellen, dass die Vorteile eindeutig in der Überzahl sind. Der wohl größte Vorteil des Bausparens ist, dass der Bausparer auf sehr flexible Weise einerseits Kapital sehr sicher ansparen kann und andererseits später ein zinsgünstiges Darlehen bekommen kann, welches zur Immobilienfinanzierung genutzt werden kann. Dabei ist der Zinssatz beim Bauspardarlehen häufig günstiger als bei den Hypothekendarlehen der Banken. Ein weiterer Vorteil ist eben die große Flexibilität des Bausparens als solches. Denn Sie werden hier nicht - wie bei manch anderen Sparformen üblich - dazu gezwungen, monatlich einen festen Betrag einzuzahlen. Sie können durchaus auch unregelmäßige Einzahlungen vornehmen. Lediglich die Rückzahlung des Bauspardarlehens muss später in festen Raten erfolgen.
Ferner bietet der Bausparvertrag eine sehr große Kalkulationssicherheit. Denn sowohl die Guthabenzinsen als auch die für das später eventuell in Anspruch zu nehmende Bauspardarlehen sind bereits mit Vertragsabschluss sicher und verändern sich nicht mehr. Ohnehin ist die hohe Sicherheit, vor allem was das angesparte Kapital angeht, ein weiterer Pluspunkt des Bausparens. Hinzu kommt als weitere positive Eigenschaft, dass Sie im Zuge des Bausparens mitunter verschiedene staatliche Förderungen erhalten können, wie eine Arbeitnehmersparzulage (beim VL-Sparen) oder eine Wohnungsbauprämie. Riesterfähig ist das Bausparen natürlich auch, sodass Sie die Riester-Zulagen in den Bausparvertrag fließen lassen können.
Welche Nachteile gibt es beim Bausparen zu beachten?
Wenn Sie bereits mit dem festen Vorsatz einen Bausparvertrag abschließen, dass Sie später auch das günstige Bauspardarlehen nutzen möchten, hat das Bausparen als solches im Prinzip gar keine Nachteile. Ein Nachteil kommt allerdings vor allem dann zum Tragen, wenn Sie den Bausparvertrag als einen reinen Sparvertrag ansehen.
Dieser (Bau-)Sparvertrag ist zwar sehr sicher, aber die Rendite ist doch im Vergleich zu vielen anderen Sparformen eher unterdurchschnittlich. Die wahre Stärke des Bausparens ist die Kombination aus Sparen und dem späteren Darlehen, während es zum reinen Sparen sicherlich renditestärkere Alternative zum Bausparvertrag gibt, wie zum Beispiel das Fondssparen oder auch die private Rentenversicherung.
Warum ist der Abschluss eines Bausparvertrages über Direktbanken zu empfehlen?
Wenn Sie sich zunächst einmal grundsätzlich für das Bausparen entschieden haben stehen Sie sicherlich vor der Frage, bei welchem Anbieter Sie den Bausparvertrag abschließen sollen. Zur Auswahl stehen hier die Bausparkassen, aber auch Filialbanken und Direktbanken bieten über Verbundpartner (Bausparkassen) oftmals das Bausparen an. Von den Konditionen her hat der Abschluss eines Bausparvertrages bei einer Online-Bank (Direktbank) häufig Vorteile gegenüber den anderen zwei genannten Anbieter-Varianten.
Viele Direktbanken arbeiten inzwischen mit einer Bausparkasse zusammen, sodass Sie den Bausparvertrag zu oftmals sehr guten Konditionen online abschließen und in der Folge auch online verwalten können. Der einzige Nachteil der Direktbanken ist, dass Sie keine umfangreichere Beratung zum Bausparen bekommen können. Da es sich jedoch beim Bausparvertrag um ein relativ einfaches und transparentes Produkt handelt, wird ohnehin häufig keine Beratung gewünscht/benötigt.
Zusammenfassung
Nach diesen sehr ausführlichen Erläuterungen und Informationen zum Thema Bausparen, können Sie der folgenden Zusammenfassung noch einmal die wichtigsten Punkte rund um den Bausparvertrag entnehmen.
- Bausparen ist sicher, flexibel und transparent
- Sie können das Bausparen nur zum Sparen oder als Kombination aus Sparen und Darlehen nutzen
- Der größte Vorteil des Bausparens sind das zinsgünstige Darlehen und die Zinssicherheit
- Nachteilig ist beim Bausparen nur die recht geringe Rendite, wenn Sie ausschließlich sparen
- Sie erhalten beim Bausparen eventuell eine Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und/oder Riester-Zulagen
- Im Vergleich bieten vor allem auch die Direktbanken sehr gute Konditionen an