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Wie finde ich das richtige Girokonto

31. Oktober 2011

Nach dem Sparkonto ist das Girokonto heutzutage das Bankprodukt, mit dem die meisten Verbraucher als Erstes in Berührung kommen. Wurde früher erst mit Beginn der Berufstätigkeit ein Girokonto eröffnet, so bieten die Banken diese Konten heute bereits Jugendlichen ab 12 Jahren an, die in Form eines Taschengeldkontos so früh wie möglich den Umgang mit Geld lernen können. Heute brauchen Sie das Girokonto spätestens mit Beginn der Ausbildung oder eines Studiums.

Das Girokonto wird auch als Drehscheibe des Zahlungsverkehrs bezeichnet, weil der der Großteil des gesamten Zahlungsverkehrs über die Girokonten abgewickelt wird. Ohne Girokonto könnten Sie keine Zahlungen empfangen und auch das Bezahlen von Rechnungen wäre ohne Girokonto sehr umständlich und mitunter auf Dauer auch sehr teuer. Dennoch ist das moderne Girokonto heute kein reines Zahlungsverkehrskonto mehr, sondern hat noch weitere Leistungen zu bieten.

So dient das Girokonto oft zusätzlich als Basis für die Nutzung einer Kreditlinie mittels Kreditkarte und/oder Dispositionskredit, und manche Kunden nutzen das Girokonto sogar, um dort kurzfristig Guthaben verzinslich "anzulegen".

Was ist grundsätzlich zu beachten, um das richtige Girokonto zu finden?

Da die Notwendigkeit eines Girokontos heute unumstritten ist, geht es im Grunde bei der bevorstehenden Eröffnung eines Girokontos nur noch darum die Bank bzw. das Kontomodell zu finden, welches am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Damit Sie das richtige Girokonto finde können, sollen Sie sich zunächst die grundsätzliche Frage stellen, welche Leistungen Sie von dem Girokonto erwarten. Soll das Konto ausschließlich dem Zahlungsverkehr dienen?

Möchten Sie das Konto auch per Online-Banking nutzen können? Möchten Sie eine Kreditlinie (Dispositionskredit) nutzen können? Möchten Sie eventuell vorübergehend größere Guthaben auf dem Girokonto belassen und dafür Guthabenzinsen erhalten können? Wenn Sie eine oder alle diese Fragen mit "Ja" beantworten, müssen Sie nämlich beim Vergleich der Anbieter neben den grundlegenden Konditionen noch auf weitere Aspekte achten, die im Folgenden näher erläutert werden.

Der Vergleich der Kontoführungsgebühren und sonstigen Kosten rund um das Girokonto

Um sich unter den vielen Angeboten in der Sparte Girokonto zurecht finden zu können, sollten Sie stets die Möglichkeit des Girokonto-Vergleiches nutzen. Einen solchen Vergleich können Sie mittels des kostenlosen Girokontorechners durchführen, der Ihnen schnell und übersichtlich die passenden Angebote zu Ihren vorgegebenen Kriterien anzeigt. Eines der Hauptkriterium für die Wahl des Girokontos sind nach wie vor die zu zahlenden Kontoführungsgebühren.

Diesbezüglich gibt es verschiedene Gebührenmodelle, die teilweise nur aus einer monatlichen Grundgebühr oder auch aus einer Kombination zwischen Grundgebühr und zu zahlenden Gebühren pro Buchungsposten bestehen. Allerdings müssen Sie heute kaum noch auf kostenpflichtige Girokonten zurückgreifen, denn vor allen Dingen die Direktbanken bieten mittlerweile immer häufiger Girokonten mit kostenloser Kontoführung an.

Mitunter muss für die kostenfreie Nutzung nicht einmal eine Bedingung erfüllt werden, meistens wird jedoch ein monatlicher Mindestgehalts- oder Mindestgeldeingang gefordert. Daher sollten Sie bei der Wahl eines kostenlosen Girokontos beachten, ob Sie diese eventuellen Bedingungen auch erfüllen können.

Achten Sie auf die beim Girokonto enthaltenen Inklusivleistungen

Wenn Sie bei den verschiedenen Girokonto-Angeboten die Gebühren vergleichen, dann sollten Sie verstärkt auch auf die Inklusivleistungen achten, die das jeweilige Girokonto bieten kann. Damit sind sowohl Leistungen im Bereich des Zahlungsverkehrs als auch andere Zusatzleistungen gemeint. So werden beispielsweise manche Girokonten zwar mit einer kostenlosen Kontoführung beworben, jedoch kann es durchaus sein, dass verschiedene "Sonderleistungen", wie das Einrichten eines Dauerauftrages oder die Rückgabe einer Lastschrift, mit separaten Gebühren belegt sind.

Die Kostenfreiheit bezieht sich nicht selten nur auf das Online-Banking, also auf das Abrufen von Kontoständen und das Erteilen von Online-Überweisungsaufträgen. Bei manchen Girokonten sind jedoch sämtliche Zahlungsverkehrsleistungen in der kostenlosen Kontoführung enthalten. Vorhandene Inklusivleistungen können darüber hinaus auch kostenlose EC-Karten und Kreditkarten sein. Während eine EC-Karte heute sehr häufig kostenlos als Inklusivleistung zum Girokonto vorhanden ist, gibt es bezüglich der Gebühr von Kreditkarten durchaus größere Unterschiede. Auf dieses Punkt sollten Sie also besonders dann achten, wenn Sie eine Kreditkarte nutzen möchten.

Ferner sollten Sie darauf achten, dass die gewählte Bank auch die Möglichkeit anbietet, an eigenen Geldautomaten oder an den Geldautomaten von Verbundpartnern kostenlos Bargeld verfügen zu können. Denn wenn Sie sich zum Beispiel für eine Direktbank entscheiden, die im Normalfall keine eigenen Geldautomaten anbieten kann und vielleicht auch keinem Geldautomatenverbund, wie zum Beispiel der CashGroup angehört, dann fallen für jede Bargeldverfügung am Automaten zwischen drei und zehn Euro an.

Möchten Sie einen Dispokredit nutzen - Dann vergleichen Sie bitte die Sollzinsen

Nicht wenige Verbraucher machen bei der Suche nach dem richtigen Girokonto und dem Vergleich der Angebote den Fehler, die Entscheidung fast ausschließlich davon abhängig zu machen, bei welcher Bank sie die geringsten Kontoführungsgebühren zahlen müssen. Dabei wird jedoch ein oftmals deutlich größerer Kostenfaktor übersehen, nämlich die zu zahlenden Sollzinsen. Sobald Sie Ihr Girokonto im Minus führen, berechnet die Bank Ihnen für jeden Tag dieser Kontoüberziehung Sollzinsen.

Meistens sind das Dispozinsen, die im Zuge eines vereinbarten Dispositionskredites zu zahlen sind. Viele Millionen Girokontoinhaber nutzen ihren zugesagten Dispositionskredit sogar kontinuierlich und in nicht geringem Umfang, sodass die zu zahlenden Sollzinsen einen erheblichen Kostenfaktor darstellen.Aber gerade beim Sollzinssatz gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Banken. Während manche Kreditinstitute 13 Prozent oder teilweise noch mehr für die vereinbarte Kontoüberziehung verlangen, gibt es durchaus Girokonten, bei denen Sie nur einen Sollzinssatz von acht oder neun Prozent zahlen müssen.

Und wenn Sie nun einmal mit einem durchschnittlich in Anspruch genommenen Dispositionskredit von 4.000 Euro rechnen, würde sich aus dieser Differenz im Zinssatz ein Einsparpotenzial von bis zu 200 Euro im Jahr ergeben. Ein möglicher Unterschied zwischen den Girokonto-Anbietern bei den Kontoführungsgebühren von beispielsweise fünf Euro monatlich tritt unter diesem Aspekt sogar deutlich in den Hintergrund.

Interessante Angebote der Banken - Das Girokonto mit Tagesgeldfunktion

Wie eingangs bereits erwähnt, kann das moderne Girokonto heute nicht mehr nur zum Zahlungsverkehr und als Basis für Kreditkarte und Dispositionskredit genutzt werden, sondern manche Kontoinhaber stellen an das Konto zudem den Anspruch, dass vorhandene Guthaben verzinst werden. Immer mehr Banken kommen diesem Anspruch auch bereits nach, indem sie unter anderem ein sogenanntes Girokonto mit Tagesgeldfunktion offerieren. Wenn es auch für Sie interessant ist, dass vorübergehende etwas größere Guthaben auf dem Girokonto verzinst werden sollen - vielleicht auch um sich die ansonsten anstehende Umbuchung auf ein separates Tagesgeldkonto zu ersparen - dann sollten Sie bei der Suche nach dem richtigen Girokonto auch auf diesen Aspekt achten.

Manche Banken bieten inzwischen ein Girokonto mit Tagesgeldfunktion an, was im Prinzip nichts anderes bedeutet, als dass es sich hier um ein ganz "normales" Girokonto handelt, welches aufgrund der gezahlten Guthabenzinsen zusätzlich auch als Tagesgeldkonto genutzt werden kann.

Was ist die bessere Wahl - Das Girokonto bei der Direktbank oder bei der Filialbank?

Viele Verbraucher stellen sich bei der Suche nach dem richtigen Girokonto die grundsätzliche Frage, ob das Girokonto bei der Direktbank oder bei der Filialbank die bessere Wahl ist. Auch wenn sich diese Frage nicht pauschal beantworten lässt, so spricht dennoch Vieles für die Direktbanken. Der große Vorteil der Direktbanken sind oftmals die günstigeren Konditionen. So bieten heute zum Beispiel im jeweiligen Verhältnis betrachtet deutlich mehr Direktbanken als Filialbanken ein kostenloses Girokonto an.

Auch bei den Zusatzleistungen oder Sonderaktionen, wie zum Beispiel Startguthaben für Neukunden, haben die Direktbanken häufig die Nase vorn. Unter den zehn Banken mit den niedrigsten Dispozinsen befinden sich meistens fast nur Direktbanken. Wenn überhaupt ein Nachteil des Girokontos bei der Direktbank zu nennen ist, dann ist es die nicht vorhandene Beratung. Allerdings ist das Girokonto sicherlich insgesamt ein nicht wirklich beratungsintensives Produkt, wie zum Beispiel eine Baufinanzierung oder eine Fondsanlage. Insofern ist die fehlende Beratung für die meisten Kunden kein Nachteil. Ein weiterer Nachteil des Girokonto bei der Direktbank ist mitunter das nicht vorhandene Netz an Geldautomaten.

Allerdings machen immer mehr Direktbanken diesen Nachteil dadurch wett, dass sie sich einem Geldautomaten-Verbund anschließen, sodass der Kunde an den Geldautomaten einiger anderer Banken (Filialbanken) kostenlos Bargeld abheben kann. Insgesamt betrachtet spricht beim Vergleich Direktbanken und Filialbanken, was die Wahl des Girokonto-Anbieters betrifft, Vieles für die Direktbank.

Zusammenfassung

Wie Sie sehen, gibt es bei der Suche nach dem für Sie richtigen Girokonto eine Menge Details, auf die Sie beim Vergleich der Angebote achten sollten. Diese Details möchten wir im Folgenden nochmals kurz und übersichtlich zusammenfassen.

  • Fragen Sie sich, welche Leistungen das Girokonto beinhalten sollte
  • Vergleichen Sie die Kontoführungsgebühren
  • Achten Sie auf die Bedingungen bei Girokonten mit kostenloser Kontoführung
  • Schauen Sie sich die Inklusivleistungen an (EC-Karte, Kreditkarte, Leistungen beim Zahlungsverkehr etc.)
  • Vergleichen Sie die Höhe der Sollzinsen, falls Sie einen Dispokredit nutzen möchten
  • Achten Sie auf mögliche Guthabenzinsen (Girokonto mit Tagesgeldfunktion), wenn Sie öfter Guthaben auf Ihrem Girokonto haben
  • Bei Direktbanken sollten Sie darauf achten, dass bei Verbundpartnern kostenlos am Geldautomaten verfügt werden kann